Gitarrencheck nach dem Kauf – Teil 1: Der Steg

In unserer Reihe „Gitarrencheck nach dem Kauf“ geben wir Tipps, auf welche Art und Weise welche Bauteile einer Gitarre nach dem Kauf überprüft werden können.

In Teil 1 gehen wir der Frage nach, wie der Steg einer Gitarre einfach gecheckt werden kann.

Alle vorgestellten Tipps können auch von Laien durchgeführt werden. So kann schnell festgestellt werden ob die Gitarre gleich nach dem Kauf wieder zur „Retoursendung“ werden sollte oder nicht.

Es gibt beim Bau einer Gitarre viele Stellen und Möglichkeiten, dass ein Fehler unterläuft oder das Material der Belastung nicht standhält.

Selbst bei höherpreisigen Gitarren und guten Instrumentenbauern kann es vorkommen, dass sich unbemerkt kleinere Fehler einschleichen. Sei es bei der Mechanik, beim Steg, bei der Verarbeitung und exakten Anbringung der Bundstäbchen usw. – die Fehlerquellen sind bei einer Gitarre vielfältig.

Aber auch in punkto Material gibt es einiges zu beachten – denn bei z.B. schlechter Qualität des gelieferten Holzes bzw. zuvor falscher Lagerung des Holzes oder unsachgemäßen Transport auf dem Versandweg ist selbst der beste Gitarrenbauer machtlos.

Deshalb stellen wir hier Möglichkeiten vor, Mängel nach der Lieferung der Gitarre schnell zu erkennen, um das Instrument im Fall des Falles innerhalb der vorgesehenen Fristen zum Händler zurücksenden zu können.

In Teil 1 von „Gitarrencheck nach dem Kauf“ stellen wir vor: Der von professionellen Gitarristen empfohlene „Papiertest“ zur Feststellung von Mängel bei der Verleimung des Stegs.

Alles was dazu benötigt wird, ist ein kleines Stück möglichst dünnes Papier (also kein Karton).

Damit soll der Steg der Gitarre überprüft werden – bzw. ob dieser auch wirklich gut verleimt wurde, und zwar so:

Man probiert von allen Seiten des Steges, das Stückchen Papier darunter zu schieben. Im Idealfall sollte das NICHT klappen! 

Kann das Stück Papier unter dem Steg der Gitarre geschoben werden- und sei es nur einige, wenige Millimeter – würde das darauf hinweisen, dass der Steg entweder mangelhaft verleimt wurde, oder dass das Holz der Decke „arbeitet“ und sich somit wölbt. So können kleine Schlitze am Steg entstehen die nicht mehr eng an der Decke liegen und verleimt sind.

Nun mag mancher Gitarrist denken: Was ist so schlimm daran, wenn der Steg grundsätzlich doch gut hält?

Das Problem ist: Es wird im Normalfall nicht bei einer kleinen Ritze bleiben. Das Holz wird weiter arbeiten, und die Verleimung wird sich weiter – nach und nach – lösen.

Und wer meint, solche „kleinen“ Mängel können nur bei billigen Gitarren vorkommen: Falsch gedacht!

Gitarren aller Preis- und Qualitätsklassen können betroffen sein – denn häufig ist der Grund auch falsche Lagerung der Gitarre, bzw. werden solche Mängel oft erst dann sichtbar, nachdem das Instrument einen langen Transportweg mit verschiedenen klimatischen Bedingungen hinter sich gebracht hat. So ist selbst für den Gitarrenbauer nach Fertigstellung der Gitarre nicht immer feststellbar, ob das Material (das er in der Regel zukaufen muss) wirklich den Anforderungen entspricht.

Was tun, wenn ein solcher Mangel auftritt?

Auch wenn es auf den ersten Blick nach einer Überreaktion aussehen mag: Eine Gitarre soll im Idealfall ja mehrer Jahre (für viele eine Leben lang) halten und Freude bereiten und nicht schon nach einiger Zeit eine teure Reperatur fällig werden, daher:

Mittels Kamera den Mangel festhalten und dann Gitarre gut verpackt wieder (rechtzeitig, innerhalb der Rücksendefrist) zurücksenden. (Gerade Amanzon und deren Händler nehmen Ware grundsätzlich sehr unkompliziert wieder zurück – es sollte dabei keine Probleme geben)

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