Gitarrencheck nach dem Kauf – Teil 2: Der Gitarrenhals

In unserer Reihe „Gitarrencheck nach dem Kauf“ geben wir regelmäßig Tipps, wie die einzelnen Bauteile einer Kindergitarre nach dem Kauf auf Qualität und Mängel überprüft werden können.

In Teil 2 dieser Reihe widmen wir uns dem Hals der Gitarre bzw. den darauf befestigten Bundstäbchen.

 

Auch dieser kleine, aber aussagekräftige Test kann sehr einfach – auch von Laien – durchgeführt werden. Es sind dazu keine Vorkenntnisse notwendig! Offensichtliche Mängel an einer Kindergitarre lassen sich so rasch feststellen, damit die Entscheidung danach klar ist: Die Gitarre wird zur „Retoursendung“ oder: Ihr Kind kann loslegen mit den ersten Akkorden!

 

Es gibt beim Bau einer Gitarre viele Stellen und Möglichkeiten, dass ein Fehler in der Fertigung unterläuft oder das Material der Belastung nicht standhält.

Selbst bei teuren Gitarren können Mängel vorkommen bzw. sich kleinere Fehler einschleichen – die Fehlerquellen sind fast so unerschöpflich wie der Klang einer guten Gitarre…

Deshalb stellen wir hier Möglichkeiten vor, Mängel nach der Lieferung der Gitarre schnell zu erkennen, um das Instrument im Fall des Falles innerhalb der vorgesehenen Fristen zum Händler zurücksenden zu können.

 

In Teil 2 der Serie „Gitarrencheck nach dem Kauf“ stellen wir vor:

Die Überprüfung des Gitarrenhalses bzw. der darauf sitzenden Bundstäbchen.

 

Der Test ist sehr einfach durchzuführen:

1. Fahren Sie mit der Kuppe des (meist empfindlichsten) kleinen Fingers über beide Ränder des Griffbrettes entlang.

Wenn Sie hervorstehende Bundstäbchen schon bei geringem Druck hervorstehen spüren weist das auf eine nicht sehr genaue und solide Verarbeitung hin.

2. Erhöhen Sie den Druck nun sanft und versuchen Sie die gleiche Vorgehensweise auch mit anderen Fingern.

Dass man die Bundstäbchen spürt ist ganz normal, aber: Die Bundstäbchen sollten nicht so hervorstehen oder gar scharf sein, dass Verletzungen möglich sind.

 

Weitere Hinweise zu diesem 2. Teil unserer Tests für Kindergitarren:

 

– Wenn Sie nicht sicher sind, ob die Stäbchen am Bund zu sehr hervorstehen oder es noch im „normalen“ Bereich liegt: Lassen Sie die Gitarre in einem nicht zu trockenem Raum einige Stunden ruhen, und führen Sie den Test anschließend erneut durch. Gerade im Winter kann nämlich durch die trockene Heizungsluft das Griffbrett leicht schrumpfen -> dadurch stehen die Bundstäbchen (die nicht mitschrumpfen) weiter hervor als normal.

Übrigens: Die Tatsache, dass das Griffbrett (sowie alle Teile der Gitarre, die aus Holz gefertigt werden) bei trockener Luft schrumpft, ist absolut üblich und normal. Denn Holz „arbeitet“ – das heißt: Es dehnt sich leicht (bei feuchterer Luft) aus oder zieht sich eben zusammen bzw. „schrumpft“ (bei trockener Luft).  Allerdings sollte das „Schrumpfen“ sowie im Gegenzug das „Ausdehnen“ des Holzes in einem gewissen Rahmen bleiben – ansonsten liegt der Verdacht nahe, dass das Holz das verarbeitet wurde, nicht richtig oder nicht lange genug gelagert wurde.

Wenn die Bundstäbchen der Kindergitarre also nur bei trockener Heizungsluft etwas hervorstehen empfehlen wir dringend, das Instrument in einem anderen Raum mit höherer Luftfeuchtigkeit zu lagern.

Man kann aber auch etwas nachhelfen, indem man das Griffbrett mit etwas Öl (nicht zuviel des Guten!) einlässt.

Eindeutig als beim Test„durchgefallen“ kann man die Kindergitarre dann bezeichnen, wenn Sie bei diesem Test mit den Kuppen „hängen bleiben“ oder sich gar dabei verletzen.

 

Unser Fazit:

– Dass man die Bundstäbchen einer Gitarre am Rand des Griffbrettes ein wenig spürt, ist normal.

– Nicht akzeptabel ist es aber, wenn die Bundstäbchen so weit hervorstehen, dass man daran „hängen bleibt“ oder sich gar verletzt.

– Wenn man die Stäbchen spürt, diese aber nicht scharf sind und nicht übermäßig hervorstehen kann man versuchen, die Gitarre unter anderen Bedingungen zu lagern – am Besten in Räumen, die weniger beheizt werden und dadurch eine höhere Luftfeuchtigkeit aufweisen. Alternativ empfiehlt es sich, das Griffbrett der Kindergitarre hin und wieder mit etwas Öl einzulassen. (Erhältlich z.B. unter der Bezeichnung „Griffbett-Öl“)

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