Gitarrenlehrer für Kinder? Ja oder Nein?

Viele Eltern sind unschlüssig ob und ab welchem Alter man sein Kind von einem Gitarrenlehrer unterrichten lassen soll.

Vorweg: Eine allgemein gültige Antwort kann darauf nicht gegeben werden.

Wir stellen 3 wichtige Punkte vor, die bei der Überlegung „Gitarrenlehrer für mein Kind – Ja oder Nein?“ beachtet werden sollten.

 

Die Gitarre ist frisch ausgepackt, die ersten Akkorde klingen schon recht vielversprechend und die Begeisterung beim Kind ist groß.

Während das Kind die ersten musikalischen Ausflüge auf der Gitarre unternimmt und schlicht Freude am Instrument und der Musik hat, denken viele Eltern schon einen Schritt weiter. Soll ein Gitarrenlehrer engagiert werden, um den Fortschritt auf der Gitarre in die „richtigen“, professionellen Bahnen zu lenken?

Wir, und auch viele andere, uns bekannte Musiker und Gitarrenlehrer, sind der Meinung: Die Gitarre bietet gerade zu Beginn den großen Vorteil, dass erste Akkordfolgen und Songs sehr rasch ( mit ein klein wenig Unterstützung eines Erwachsenen) selbst hervorgezaubert werden können.

Für das Ausleben dieser ersten Begeisterung ist kein Gitarrenlehrer (und vorerst auch kein Notenmaterial) notwendig!

Wenn man als Elternteil im Laufe der Zeit bemerkt, dass es dem Kind wirklich dauerhaft Freude bereitet auf der Gitarre zu spielen, kann daran gedacht werden, unter Anleitung eines guten Gitarren-Lernheftes zu probieren, ob auch ein etwas systematischerer Aufbau Sinn macht und dem Alter bzw. auch den geistigen Level des Kindes entspricht.

Ist das Kind nun über einen längeren Zeitraum mit Eifer und Freude am Musizieren, kann man als Elternteil in Ruhe folgende Punkte abklären und ggf. weitere Schritte in Richtung „Gitarrenlehrer“ setzen:

 

3 Punkte die von Eltern bei der Überlegung „Gitarrenlehrer – Ja oder Nein“ beachtet werden sollten:

 

1. Hat das Kind, neben der Freude am Gitarre-Spielen, auch die Zeit und Energie, um regelmäßig (im besten Fall täglich) Gitarre zu üben?

Denn: Gerade Kinder haben heutzutage, neben der Herausforderung Schule, oftmals einen Terminkalender der vollgepackt ist mit alllen möglichen Verpflichtungen. Sei es der Nachhilfeunterricht, Kinderturnen, Fussball-Training, Tanzen, usw.

Dabei sollte sachlich und objektiv beurteilt werden: Ist es zeitlich, aber auch in Punkto „Überforderung“ vertretbar, dass mein Kind zusätzlich Gitarrenunterricht nimmt?

Beachten Sie dabei: Es hat noch kein Kind Schaden genommen, wenn der Unterricht an der Gitarre etwas später startet – hingegen kann bei einem zu frühen Start in den Unterricht viel Schaden für das Kind angerichtet werden. Wichtig: Diese Entscheidung müssen in erster Linie die Eltern treffen, da Kinder bis zu einem gewissen Alter von Natur aus nur sehr schwer abschätzen können, welche Folgen ein übervoller Terminkalender auslösen kann.

2. Sind die körperlichen Voraussetzungen gegeben, dass ernsthafter Gitarrenunterricht und regelmäßiges Üben sinnvoll und möglich ist?

Das betrifft vor allem sehr junge bzw. kleine Gitarristen: Sind die Arme und Finger lang und kräftig genug, um regelmäßig Gitarre zu spielen, ohne dass „Verrenkungen“ nötig sind und verkrampfte Finger zu Frust führen?

Zu diese Frage wird ein guter Gitarrenlehrer gerne Auskunft (und vor allem ein objektives Urteil) bei einem persönlichen Gespräch geben.

Vertrauen Sie in diese Frage also im Idealfall einem erfahrenen Musik-Pädagogen.

3. Will das Kind wirklich Gitarrenunterricht oder ist es eher der Wunsch der Eltern?

So sehr sich viele Eltern danach sehnen, dass das eigene Kind ein Instrument erlernt (und das möglichst mit großem „Erfolg“):

Auf Dauer gesehen wird der Fortschritt am Instrument nur dann „passieren“, wenn das Kind wirklich den großen Wunsch verspürt, Gitarre zu lernen – und nicht nur die Eltern.

Zu oft haben wir beobachten müssen, wie kleine Kinder regelrecht gegen den eigenen Willen zum Unterricht gebracht werden – nur um rasch festzustellen,

dass nach kurzer Zeit die Begeisterung für die Gitarre beim Kind gänzlich erloschen ist, obwohl die Freude am Instrument zu Beginn so groß war.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Selbstverständlich ist es hilfreich und sogar sehr wünschenswert, wenn die eigenen Eltern das Kind beim Gitarre-Spielen und beim Üben zur Seite stehen und es nach bestem Wissen unterstützen. Der Hauptantrieb muss aber immer vom Kind kommen – ansonsten ist Frust statt Lust bei allen Beteiligten (inkl. des Gitarrenlehrers) vorprogrammiert!

 

Unser Fazit zum Thema „Gitarrenlehrer für Kinder – Ja oder Nein?“:

– Vorerst auch ohne Gitarrenlehrer kann Gitarren-Spielen Spaß und Sinn machen – erste Akkordfolgen und Songs können mit relativ wenig Aufwand und Übung selber erlernt werden.

– Nach einigen Wochen oder Monaten kann an ein erstes Lernheft (event. inklusive Begleit-CD) gedacht werden, erst später (nach einigen Monaten) kann man darüber nachdenken, ob ein Gitarrenlehrer Sinn macht.

– Die 3 wichtigsten Punkte bei dieser Frage sind: 1. Hat mein Kind wirklich Zeit und Energie-Ressourcen für Gitarrenunterricht ? 2. Sind die körperlichen Voraussetzungen gegeben? und 3. Will mein Kind wirklich Gitarre lernen (oder ist es eher Wunsch der Eltern?)

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